The Story

Ink and Paint - MM 

Ich habe lange geglaubt, dass Kunst etwas ist, das man sich irgendwann leistet. Wenn alles andere erledigt ist. Wenn die Wohnung fertig ist. Wenn das Leben aufgeräumt genug wirkt, um etwas Bedeutungsvolles an die Wand zu hängen. Heute weiß ich, dass genau das der Irrtum war. Kunst kommt nicht am Ende. Sie kommt am Anfang. Sie entsteht aus dem, was ungeordnet ist. Aus dem, was noch keinen Platz gefunden hat.

Midnight Muse wurde nicht gegründet, weil mir ein Produkt gefehlt hat. Es wurde geboren, weil mir eine Sprache gefehlt hat. Eine Möglichkeit, Dinge auszudrücken, für die Gespräche zu laut sind und Stille zu leer bleibt. Ich habe immer gemerkt, dass Bilder allein mir nicht reichen. Und Worte für sich genommen auch nicht. Ich wollte etwas, das dazwischen existiert. Etwas, das nicht erklärt, sondern spürbar wird.

Der Name kam mir spät in der Nacht. Nicht als Idee, sondern wie ein Gedanke, der sich selbst ausspricht. Midnight steht für diese Stunde, in der alles ehrlich wird. Wenn niemand mehr etwas von dir will. Wenn keine Rollen mehr funktionieren. Muse ist das, was dann bleibt. Diese innere Stimme, die nicht fragt, ob etwas sinnvoll ist, sondern ob es wahr ist. Midnight Muse ist der Ort, an dem ich aufgehört habe, diese Stimme zu ignorieren.

Ich komme aus einer Welt, in der viel funktioniert. Strukturen, Abläufe, Perfektion. Und genau dort habe ich gemerkt, wie sehr mir etwas fehlt, das nicht funktionieren muss. Etwas, das einfach da ist. Nicht optimiert. Nicht erklärbar. Sondern echt. Ich habe angefangen, Bilder zu sammeln, die mich still machen. Nicht ruhig im klassischen Sinn, sondern gesammelt. Wach. Präsenz statt Ablenkung. Parallel dazu habe ich geschrieben. Nicht für andere. Für mich. In Notizbücher, auf lose Zettel, manchmal nur ein Satz, der sich weigert zu verschwinden.


Eines Abends habe ich beides nebeneinandergelegt. Ohne Absicht. Ohne Plan. Und plötzlich war da etwas, das ich vorher nicht gesehen hatte. Das Bild bekam Tiefe, die es vorher nicht hatte. Die Worte wurden leichter, weil sie nicht mehr alles tragen mussten. In diesem Moment wusste ich, dass ich etwas gefunden hatte, das größer war als meine ursprüngliche Suche. Eine Verbindung, die nicht laut ist, aber bleibt.

Midnight Muse ist mein Versuch, genau diesen Moment weiterzugeben. Nicht als Konzept, sondern als Erfahrung. Jedes Werk beginnt mit einem inneren Zustand. Nicht mit einer Marktidee. Nicht mit einem Trend. Sondern mit einer Spannung, einem Gedanken, einer Frage. Das Bild entsteht zuerst. Reduziert, bewusst, offen. Danach das Gedicht. Handgeschrieben, weil Worte Gewicht brauchen. Weil man sehen soll, dass da eine Hand gezögert hat, dass ein Gedanke Zeit gebraucht hat.

Ich glaube daran, dass Räume uns formen. Und dass wir eine Verantwortung dafür haben, womit wir uns umgeben. Ein Bild ist nie nur ein Bild. Es ist ein täglicher Blickkontakt. Ein stiller Dialog. Deshalb wollte ich keine Kunst schaffen, die sich in den Vordergrund drängt. Sondern Werke, die dich begleiten. Die dich an etwas erinnern, ohne es zu benennen. Die Platz lassen für dein eigenes Leben.

Die Qualität ist dabei kein Luxus. Sie ist Voraussetzung. Wenn etwas lange bei dir bleiben soll, muss es sich richtig anfühlen. Vom ersten Moment an. Deshalb habe ich mich bewusst für Fine Art Drucke entschieden, für Papier, das Tiefe hat, für Farben, die nicht schreien, sondern stehen. Für Rahmen, die nicht dekorieren, sondern halten. Alles an Midnight Muse ist darauf ausgelegt, nicht schnell zu gefallen, sondern langsam wichtig zu werden.

Aber das Herz der Marke liegt nicht im Material. Es liegt in der Haltung. Ich wollte eine Marke erschaffen, die nicht erklärt, wer du sein sollst. Sondern dir Raum gibt, zu sein. Kunst, die keine Antworten liefert, sondern bessere Fragen stellt. Poesie, die nicht belehrt, sondern begleitet. Midnight Muse ist kein Statement für andere. Es ist ein Gespräch mit dir selbst.

Ich sehe diese Werke in modernen Wohnungen, in klaren Räumen, in Häusern, die nicht voll sind, sondern bewusst. Aber eigentlich sehe ich sie in Menschen. In Lebensphasen. In Übergängen. In Momenten, in denen man innehält und merkt, dass sich etwas verschiebt. Dass man nicht mehr die gleiche Person ist wie vor einem Jahr. Oder vor einer Woche. Diese Kunst darf mitgehen. Sie muss nichts festhalten. Sie darf sich verändern, weil du dich veränderst.

 

Midnight Muse ist meine Einladung, langsamer zu schauen. Tiefer zu fühlen. Nicht alles zu erklären. Ink and Paint ist für mich kein Titel, sondern ein Zustand. Tinte für das, was gedacht wird. Farbe für das, was gespürt wird. Dazwischen entsteht etwas, das sich nicht planen lässt. Und genau dort, in diesem Zwischenraum, beginnt meine Welt.           

 

Ell - Gründer von Midnight Muse